Pot Limit Omaha Anleitung für Anfänger

Weil ich selbst sehr gerne Omaha spiele, möchte ich mal eine kleine Pot Limit Omaha Anleitung für Anfänger mit den wichtigsten Tipps schreiben. Außerdem gebe ich Dir einfache Regeln an die Hand, die Dir in der Lernphase helfen werden. Das Ganze ist zugegeben etwas textlastig.

Diese Omaha Anleitung erhebt dabei keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit! Ob nun Omaha oder Hold’em: Pokern ist derart komplex, dass man keine vollständigen Anleitungen schreiben kann.

Die Omaha Anleitung

Wenn man die Leute fragt, ist es auch heute noch so, dass viele nur Hold’em spielen. Ein Fehler wie ich meine aus verschiedenen Gründen. Man sollte sich eigentlich alle Poker-Varianten anschauen und sie ausprobieren. Die etwas komplexeren Varianten wie Omaha Hi/Lo oder Razz etc. schärfen den Poker-Verstand und das hilft einem dann auch beim Hold’em.

Wenn man zB. regelmäßig Omaha spielt, weiß man zu jeder Zeit was gerade die Nuts sind und ob es einen Sinn ergibt, dass der Gegner mit den passenden Karten so gespielt hätte. Denn beim Omaha sind die Hände beim Showdown durchschnittlich viel stärker weshalb es wichtiger ist auf die Nuts zu achten.

Wenn man sich beim Hold’em mit seiner Hand noch wohl fühlt, kann die gleiche Hand beim Omaha ein klarer Fold sein. Schließlich hat man mit seinen 4 Hole-Cards viel mehr Möglichkeiten.

Die wichtigste Regel beim Omaha:

Du MUSST genau 2 Deiner 4 Startkarten benutzen

und Du MUSST genau 3 Karten vom Board benutzen.

Für einen Flush zB. muss man also 2 Karten der Farbe halten. Es genügt nicht, wenn man nur ein Herz hat und auf dem Board liegen 4 weitere Herz. Weil man ja 2 seiner 4 Karten benutzen MUSS, wäre dann eine Karte mit einer anderen Farbe dabei.

Genauso gilt das auch für eine Straße, man braucht immer 2 der Karten für die fertige Hand.

Wenn man dieses Grundprinzip einmal verstanden hat, wird einem auch klar welche Starthände denn den meisten Sinn ergeben. Häufig hört man beim Omaha den Begriff “double suited” was bedeutet, dass man zB. 2 Herz und 2 Pik hält, also 2 mal 2 Karten der gleichen Farbe. Damit hat man dann die Chance einen Flush in beiden Farben zu bekommen.

Dass nur ein Herz nichts bringt hatten wir ja schon. Schlecht ist es aber auch, wenn man 3 oder gar 4 Karten der gleichen Farbe hält, weil man sich damit selbst Outs zum Flush weg nimmt.

Ähnlich gilt das für gleiche Kartenwerte, ein Paar auf der Hand ist gut, ein Drilling auf der Hand ist schlecht. Man darf ja nur zwei der Karten benutzen und mit der dritten Gleichen nimmt man sich wieder selbst ein Out.

Weiter geht es mit den Straßen-Möglichkeiten. Die Werte sollten möglichst aufeinander folgen denn das gibt viele Outs (Omaha-Stichwort: Wrap) und natürlich sollten sie möglichst hoch sein, denn gerade bei Pot Limit Omaha gibt es wie gesagt beim Showdown sehr starke Hände, oft sogar die Nuts.

Bei der Auswahl seiner Starthände kann man sich also gleich überlegen, wie viele Möglichkeiten es denn gibt die Nuts zu machen, je mehr desto besser.


Omaha ist ein Draw-Game,

weil es keine fertigen starken Starthände gibt,

sondern man immer erst auf Flop, Turn oder River

seine starke Hand komplettiert.

Beim Omaha ist es häufig korrekt mit einem starken Draw aggressiv zu betten. Bedingt dadurch ist die Varianz um Einiges höher als beim Hold’em, eben weil die Entscheidung über Gewinn oder Verlust einer Hand sehr oft erst auf den späteren Straßen fällt.

Dieser Varianz muss man sich bewusst sein und seine starken Draws auch dann aggressiv weiter betten, wenn sie vorher mehrmals nicht angekommen sind.

Wenn man über Pokerhände schreibt, benutzt man Abkürzungen für die 4 Farben, die Du verstehen musst:

  • Ein c steht für Kreuz (Clubs)
  • Ein s steht für Pik (Spades)
  • Ein h steht für Herz (Hearts)
  • Ein d steht für Karo (Diamonds)

Anstatt Kreuz-As schreibt man also z.B. Ac (Ace of Clubs). Anstatt Herz-Sieben schreibt man 7h (Seven of Hearts). Usw. Gerade beim Omaha ist es wichtig auf suited Karten, also Karten der gleichen Farbe zu achten. Dazu gleich noch mehr. Wenn diese Abkürzungen also soweit klar sind, dann zeige ich Dir jetzt ein paar Omaha-Starthände.

Ah, Ac, Jh, 10cEine der besten Omaha-Starthände. Man kann zwei Nut-Flushes machen hat einige Straßen-Möglichkeiten und schließlich noch ein paar Asse. Das Paar Asse würde beim Hold’em zuerst genannt, beim Omaha ist ein Paar aber sowenig wert, dass ich es hier bewusst zuletzt nenne.

6s, 7s, 8d, 9dDamit kann man auch 2 Flushes machen, leider aber nicht zu den Nuts. Immerhin gibt es einige Möglichkeiten einen Nut-Straight zu machen.

Ad, Ac, Ah, Ks6max oder Fullring fast immer preflop folden, denn viel schlechter kann eine Omaha-Starthand nicht sein. Flush geht gar nicht. Straße nur wenn QJT auf dem Board erscheint und mit den 3 Assen nehmen wir uns selbst ein Out zum Set. Heads Up kann man sich den Flop anschauen, ein Fold ist aber abhängig vom Gegner auch nicht unbedingt falsch.

2s, 3h, 4s, 5hHiermit kann man zwar wieder 2 Flushes machen, leider aber nur sehr niedrige die beim Omaha schneller geschlagen sind als man gucken kann. Ähnlich mit den Straßen-Möglichkeiten lediglich bei A23 auf dem Board hätten wir den Nut-Straight.

10h, Jh, Qc, KcSo wollen wir das sehn. Eine der besten Starthände beim Omaha.


Bei Pot Limit Omaha ist Position noch wichtiger,

als bei No Limit Hold’em!

Wegen dem Pot Limit kann man preflop nicht sofort sehr viel erhöhen. Weil erst wenig im Pot ist, kann man auch nur um wenig erhöhen. Nach der ersten Potbet können dann die folgenden Spieler in späteren Positionen gleich um viel mehr erhöhen. Mit der ersten sehr kleinen Potbet öffnet man nachfolgenden Spielern also die Tür für hohe Raises, entweder als Bluff oder für Value.

Wegen der 4 Startkarten mit erheblich mehr Möglichkeiten, ist es viel schwieriger, den Gegner auf eine Bandbreite an Händen zu setzen. Bei Texas Hold’em hat man schon nach wenigen Orbits eine ungefähre Ahnung, mit was für Händen ein bestimmter Gegner preflop erhöht oder reraist. Beim Omaha ist das wegen der vielen Möglichkeiten nicht so leicht.

Du machst es Dir viel einfacher, wenn Du auf deine Position achtest. Starthände, die man in früher Position schnell foldet, können in später Position ein Raise wert sein. Wenn Du in den Blinds oder under the gun bist, dann stelle sehr hohe Anforderungen an deine Starthände. In später Position vom Cutoff oder am Button kannst Du dich mit mehr Händen am Spiel beteiligen. Je später deine Position, desto weniger böse Überraschungen erwarten dich.


Bluffen und Blinds stehlen beim Omaha?

Das Pot-Limit führt dazu, dass es seltenst preflop Allins gibt und postflop oft zu großen Pots. Weil es beim Omaha soviel mehr Möglichkeiten gibt, kann man auch sehr oft vorgeben eine starke Hand zu halten und bluffen. Beim Omaha wird NACH dem Flop gewöhnlich öfter geblufft als beim Hold’em.

Vom Hold’em ist man es gewohnt die Blinds zu stehlen. Das klappt beim Omaha weniger gut, weil man erstens nur begrenzt erhöhen kann (Pot-Limit) und weil die Omaha-Starthände nie wirklich stark sind, sondern immer erst zur starken Hand drawen und weil es einfach so viele Möglichkeiten gibt.


6 Grundregeln um Pot Limit Omaha zu lernen

Im Folgenden werde ich Dir 6 einfache Grundregeln an die Hand geben. Bei Befolgen dieser Regeln wirst Du Omaha nicht nur lernen, sondern auch langfristig Geld damit verdienen können. Omaha ist ein recht schwieriges Spiel, genau deshalb ist es aber auch so interessant und profitabel.

Du kannst tausende Hände Omaha spielen und trotzdem nicht voran kommen, wenn Du es nicht “richtig” übst. Es kommt weniger auf die schlichte Menge der gespielten Hände an, mehr auf deren Qualität. Gerade zu Beginn solltest Du dich auf ein solides Basis-Spiel beschränken. Nur weil irgendwelche Profis krasse Moves machen, solltest Du das nicht auch tun. Die Profis haben schon soviel Omaha gespielt, dass sie wissen wann es Sinn macht vom Standardspiel abzuweichen, wann es sich lohnt etwas mehr als üblich zu riskieren.

Als neuer Omaha-Spieler ist es nicht genug, einfach nur nach seinem Gefühl zu spielen. Statt dessen sollte man sich an einen soliden Basis-Spielplan halten und den auch durchziehen. Wenn Du mal ein in zig tausenden Händen geübter Omaha-Spieler bist, kannst du anfangen die Grundregeln zu brechen und dein Spiel verfeinern. Aber bis dahin bringen dich solche Experimente nur in mehr Schwierigkeiten, als Dir lieb ist.


Regel 1:

Du sollst nur Partien spielen,

für die Du die passende Bankroll hast!

  • Versuche dich nicht in höheren Partien, nur weil die vielleicht interessant und lukrativ aussehen, wenn Du nicht wirklich bereit bist auch mal Pleite zu gehen!
  • Du solltest eine ausreichend große Bankroll haben für das Limit, dass Du spielst.
  • Wenn Du also zB. mit $0,01/$0,02 und einem Buyin von $2 beginnen möchtest solltest Du eine Bankroll von $100 haben.

Regel 2:

Spiele nach den mathematischen Wahrscheinlichkeiten, den “Odds”!

  • Diese Wahrscheinlichkeiten unterscheiden das Pokerspiel vom Roulette. Denn Du kannst Dir aussuchen wann Du Dein Geld einsetzt.
  • Wenn Du immer gute Entscheidungen mit positiver Gewinnwahrscheinlichkeit triffst (sprich +EV = Positive Expected Value) und Dein Geld nicht in Situationen mit negativer Gewinnwahrscheinlichkeit riskierst (sprich -EV = Negative Expected Value) dann wirst Du langfristig Geld gewinnen.
  • Es ist einfach, mal nur nach dem Gefühl zu spielen aber das ist kein professionelles Spiel. Professionelles Spiel ist Mathematik. Kenne also die Gewinn-Wahrscheinlichkeiten und spiele entsprechend.

Regel 3:

Du sollst tight spielen

und versuchen die Nuts zu machen!

  • Wenn Du beginnst Omaha zu lernen dann hilft es überhaupt nicht, sich mit marginalen Händen am Spiel zu beteiligen nur weil die Profis das tun. Die Zeit dafür wird kommen wenn Du ein etablierter Gewinner bist. Bis dahin bringen Dich die marginalen Hände nur in schwierige Situationen, die Deine Gegner ausnutzen werden und in denen Du Geld verlierst.
  • Spiele tight und versuche die Nuts zu machen.
  • Habe einen Backup-Plan (check-folden kleine Blocking-bets etc.).

Regel 4:

Du sollst Dich NICHT auf starke Hold’em-Hände wie Asse verlassen!

  • Asse sind zwar schön und gut aber wenn Du das Geld damit nicht preflop rein bekommst, ist es besser sie vorsichtig zu spielen.
  • Beim Omaha gewinnen Paare nur sehr selten im Showdown.
  • Und selbst wenn Deine Asse mal die beste Hand sein sollten, ist es schwierig damit bis zum Showdown zu kommen um das heraus zu finden.
  • Wenn Du schon Asse spielst dann solltest Du passende Beikarten haben. Double-Suited Asse oder ein zweites Paar machen die Hand erheblich stärker, als es Asse beim Omaha alleine sind.

Regel 5:

Du sollst immer Deine Emotionen kontrollieren!

Omaha ist wesentlich volatiler als Hold’em.

  • Die Schwingungen in Deiner Bankroll fallen durchweg höher aus als beim Hold’em.
  • Auch während extremer Varianz musst Du einen kühlen Kopf bewahren.
  • Wenn Du zu leicht tiltest, deine Gefühle nicht sehr gut kontrollieren kannst, dann ist Omaha wahrscheinlich nicht das richtige Spiel für Dich.
  • Wenn Du dich nicht unter Kontrolle hast, wirst Du auch keine guten Entscheidungen mehr treffen können.
  • Wenn Dich ein paar üble Bad Beats erwischen, musst Du in der Lage sein zu realisieren, dass Du tiltest.
  • Wenn Du Deine Gefühle nicht unter Kontrolle hast, dann schließe alle Tische und mache eine Pause.
  • Wenn Du die Symptome für Tilt nicht erkennst, kannst Du dein innerhalb einer Woche mühsam erarbeitetes Plus in wenigen Orbits zum Fenster raus werfen.
  • Spiele kontrolliert nach den Gewinn-Wahrscheinlichkeiten, das sollte Dein oberstes Ziel sein.

Regel 6:

Achte auf deine Position!

  • In früher Position sollten deine Starthände sehr stark sein, ansonsten werf sie weg.
  • In später Position kannst Du dir auch mit marginalen Händen mal einen Flop anschauen.

Wenn Du Dich an diese 6 Grundregeln hältst, ist Omaha während der ersten Lernphase nicht anders als jedes andere Pokerspiel. Du musst schlicht dein Geld in mehr +EV Situationen einsetzen als in -EV Situationen.

Es geht darum heraus zu finden was langfristig profitabel ist und was nicht. Das ist der schwierige Teil. Du musst Deine Gegner analysieren das Board, deine eigene Hand, die Wahrscheinlichkeiten abwägen…

Omaha zu lernen braucht viel Zeit und Übung. Wenn Du beides investieren kannst, wird Dir diese Poker-Variante auch viel zurück geben, sowohl mental als auch finanziell.


Ich hoffe Dir gefällt meine Omaha-Anleitung.

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Gruß Christian

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